Anwaltskanzlei
Becker-Baurecht

Preis­steigerungen bei Bau­material -
Handwerks­betrieb leiden unter
Material­preis­erhöhung

0511-123 137 0
info@becker-baurecht.de

Ergin Tanis
vor 2 Jahren

★★★★★

Herr Becker hat uns vor kurzem bei baurechtlichen Anliegen sehr unterstützt.

Es wurde schnellstmöglich ein Termin für ein persönliches Gespräch vereinbart...

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Mrs. Marley
vor 3 Jahren

★★★★★

Herr RA Becker vertritt uns seit vielen Jahren in baurechtlichen Belangen und steht uns immer kompetent zur Seite und wir fühlen uns überdurchnittlich gut beraten und betreut.
...

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Erol Pakca
vor 2 Jahren

★★★★★

Bekannt für seine hervorragenden Arbeiten im Baurecht!!

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Ergin Tanis
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Herr RA Becker vertritt uns seit vielen Jahren in baurechtlichen Belangen und steht uns immer kompetent zur Seite und wir fühlen uns überdurchnittlich gut beraten und betreut.
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Erol Pakca
vor 2 Jahren

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Bekannt für seine hervorragenden Arbeiten im Baurecht!!

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Starke Preissteigerungen bei Baumaterial –
Wie können Handwerksbetriebe mit der Materialpreiserhöhung umgehen?


#1 - Materialpreisverteuerung

Seit mehreren Monaten gibt es eine kontinuierliche Aufwärtsspirale bei den Rohstoffpreisen. Dies hängt mit der Ukraine-Krise, Lieferschwierigkeiten und fehlenden Containerkapazitäten zusammen. Das Ungleichgewicht zwischen einem geringen Angebot und einer hohen Nachfrage führt zu höheren Preisen. Die erhöhten Rohstoffpreise führen auch zu erhöhten Materialpreisen im Ausbaubereich.

#2 - Bestehende Bauverträge

Bei einem bestehenden Bau-/Werkvertrag haben sich beide Parteien bereits über einen Preis geeinigt. Das Preisrisiko trägt grundsätzlich der Auftragnehmer. Die Weitergabe erhöhter Materialkosten an den Kunden ist nur in Ausnahmefällen möglich.

  • Ausnahme: Materialpreisgleitklausel

    Sofern eine gültige Materialpreisgleitklausel vereinbart ist, können Preiserhöhungen weitergeben werden. (Formulierungsbeispiele siehe unten)
  • Ausnahme: Störung der Geschäftsgrundlage (§ 313 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB))

    Bei einer extremen und völlig unvorhergesehenen Kostenerhöhung, die ein Festhalten an den Vertragspreisen unzumutbar macht, kann der Preis der Leistung angepasst werden. Nur der Kostenanstieg für Material alleine reicht dafür nicht aus. Die Materialpreisverteuerungen waren seit Beginn der Ukraine-Krise schon vorhersehbar, sodass eine Erhöhung der Preise über die Störung der Geschäftsgrundlage nicht nur im Ausnahmefall möglich ist.
    Tipp:
    Sollte ein Festhalten an den Vertragspreisen unzumutbar sein, unbedingt eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen.
  • Ausnahme: Geänderte oder zusätzliche Leistungen

    Für geänderte oder zusätzliche Leistungen wird während der Ausführungen in der Regel ein Nachtragsangebot erstellt. Bei einem Vertrag auf Basis der VOB/B besteht nach § 2 VOB/B die Möglichkeit, einen neuen Preis, unter Berücksichtigung der Mehrkosten/Minderkosten, zu vereinbaren. Dabei kommt es nicht auf die kalkulierten, sondern auf die tatsächlichen Kosten an. Materialpreiserhöhungen können weitergegeben werden. Bei BGB-Verträgen können Nachträge immer mit den tatsächlichen Kosten kalkuliert werden.


#3 Angebote

1. Angebote, die bereits abgegeben wurden

Grundsätzlich besteht eine Bindung an das Angebot. Wenn sich nach der Kalkulation und Abgabe des Angebotes herausstellt, dass die Materialpreise sich wesentlich verteuern, bleibt der Auftragnehmer dennoch an sein Angebot gebunden.

  • Tipp 1

    Ein Vertrag kommt nur zustande, wenn der Kunde das Angebot unverändert annimmt. Jede Annahme des Angebotes mit einer Veränderung, z.B. anderer Preis, Skonto, oder nur als Pauschalvertrag, bedeuten aus rechtlicher Sicht eine Ablehnung des ursprünglichen Angebotes, und ist ein neues Angebot zum Abschluss eines Vertrages. Mit der Ablehnung des Angebotes ist der Betrieb (Auftragnehmer) nicht mehr an sein ursprüngliches Angebot gebunden. Es kann ganz auf den Auftrag verzichtet werden oder neue Preise verhandeln.
  • Tipp 2

    Ein Angebot ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) nur so lange gültig, wie der Anbietende mit der Annahme des Angebotes rechnen kann. Dies wird, je nach Komplexität des Angebotes, unterschiedlich lange sein. Im BGB steht, dass ein Angebot unter Anwesenden nur sofort angenommen werden kann. Es kommt jedoch immer auf den Einzelfall an. Bei einem schriftlichen versendeten Angebot kann die Frist auch länger sein, z.B. 4 Wochen. Wird nach der üblichen Annahmezeit der Auftrag erteilt, ist dies ein neues Angebot des Kunden an den Betrieb. Es besteht die Möglichkeit nachzuverhandeln oder den Auftrag nicht auszuführen. (Auch hier ist in jedem Fall eine rechtliche Beratung zu empfehlen.
  • Achtung!

    Da alles beweisbar sein muss, sollte es schriftlich dokumentiert werden!

2. Neu zu erstellende Angebote

(1.) Befristung des Angebotes:
jedes Angebot sollte mit einer zeitlichen Bindung versehen sein. Bei den unvorhersehbaren Materialpreisentwicklungen ist zu empfehlen, eine sehr kurze Frist zu setzen. Wird der Auftrag nach Ablauf der Bindung erteilt, muss der Baubetrieb den Vertag nicht abschließen.
Formulierungsbeispiel:
Unser Angebot hat eine Gültigkeit von x Wochen ab dem Angebotsdatum.

(2.) Materialpreisgleitklausel:
Die sogenannten Materialpreisgleitklauseln sind rechtlich schwer durchsetzbar. Eine Vereinbarung über eine kurzfristige Preiserhöhung, die in mehreren Angeboten wortgleich enthalten ist, wird als allgemeine Geschäftsbedingung gewertet. Nach § 309 Abs. 1 BGB sind Formulierungen, die eine Erhöhung des Preises innerhalb von 4 Monaten nach Vertragsschluss fordern, unwirksam. Dies gilt insbesondere für Verbraucher (in der Regel Privatkunden).

Auch die Rechtsprechung setzt sehr enge Grenzen für Materialgleitklauseln. Es ist praktisch nur möglich eine mögliche Erhöhung der Materialpreise an den Kunden weiterzugeben, wenn dies individuell mit dem Kunden ausgehandelt wurde. Das bedeutet, dass für jeden Vertrag eine eigene Verhandlung mit einer eigenen Formulierung gefunden werden muss.

Tipp: Auf keinen Fall darf eine solche Klausel in den allgemeinen Geschäftsbedingungen enthalten sein.
Formulierungsbeispiele: Es sollte angegeben werden, warum eine Materialverteuerung weitergegeben werden muss.

Formulierungsbeispiel:

Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es Schwierigkeiten in den Lieferketten, sodass sich die Rohstoffe und damit leider auch die Preise der von uns verwendeten Materialien bis zum Beginn der Arbeitsausführung erhöhen können.

Bezugnahme auf das Angebot.
Formulierungsbeispiel:

In unserem Angebot haben wir die Preise aufgrund der mit dem Angebotsdatum gültigen Einkaufspreise für Material kalkuliert. Unser Angebot enthält keinen Risikozuschlag, deshalb müssen wir evtl. Preiserhöhungen an unsere Kunden weitergeben.

Es sollte eine konkrete Vereinbarung geschlossen werden, wie mit Materialpreisen umgegangen wird.
Formulierungsbeispiel:

Beiden Parteien ist bekannt, dass es nach der Beauftragung zu unvorhergesehenen Erhöhungen der Einkaufspreise für Material kommen kann.
Die Parteien vereinbaren, dass die Mehrkosten für Material dem Auftraggeber gegenüber geltend gemacht werden können. Die Parteien verpflichten sich, dass eine Einigung über einen neuen Preis für die Leistung (Einheitspreis oder Pauschalpreis) getroffen wird, bei der die Materialpreissteigerung ausgeglichen wird. Bei einer Senkung des Einkaufspreises hat der Auftraggeber einen Anspruch auf eine neue Preisbildung. Die Materialpreisveränderung wird durch den Vergleich der Einkaufspreise, zum Zeitpunkt der Kalkulation und dem Einkaufspreis zum Zeitpunkt der Materialbeschaffung festgestellt.

Ein weiteres Formulierungsbeispiel:

Die Parteien vereinbaren folgendes: Sollten die Einkaufspreise für das von uns benötigte Material sich nach der Beauftragung erhöhen oder vermindern wird ein neuer Preis für die betroffenen Position gebildet. Der Preis wird im Vergleich zwischen dem Zeitpunkt der Erstellung des Angebotes und dem Zeitpunkt der Beschaffung des Materials verglichen. Ergibt sich eine Änderung von mehr als 5% des jeweiligen Materialpreises, so ändert sich der Materialpreis im gleichen prozentualen Verhältnis. Der Auftragnehmer hat die Veränderung des Materialpreises durch Vorlage der Preise zum Zeitpunkt der Angebotserstellung und der Beschaffung nachzuweisen.

Es darf betont werden, dass dies Formulierungsbeispiele sind, die auf den jeweiligen Einzelfall angepasst werden müssen. Eine Regelung zur Materialpreissteigerungen ergibt nur Sinn, wenn vorher auch eine Kalkulation durchgeführt wurde, die die Materialkosten und Lohnkosten, sowie die weiteren Bestandteile enthält. Es wird noch einmal darauf hingewiesen, dass das Risiko der Materialpreisverteuerung beim Auftragnehmer liegt.

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